Massentierhaltung in 360° – iAnimal mit Thomas D

Die Reaktionen der Zuschauer auf iAnimal - hier beim veganen Sommerfest 2015 in Berlin - sprechen für sich (Quelle: Animal Equality).

Den einen öffnen sie die Augen, die anderen vermeiden sie wissentlich: Videos aus der Massentierhaltung sind nichts für schwache Nerven. Nun setzt die Tierrechtsorganisation „Animal Equality“ mit iAnimal einen drauf und zeigt die Fleisch-„Produktion“ aus den Augen eines Schweins. 

Ein kurzer Prolog

Die meisten Menschen haben zumindest eine vage Vorstellung davon, unter welchen Bedingungen die günstige Wurst im Kühlregal oder das Schnäppchen-Schnitzel im Imbiss an der Ecke „hergestellt“ wurden. Mehr oder weniger absichtlich hat wohl jeder schon einmal ein paar der erschreckenden Aufnahmen aus Massentierhaltungs-Betrieben gesehen – das ist nur ein Grund, warum ich seit mehr als anderthalb Jahren überwiegend vegetarisch lebe. Doch auch wenn das zu meinem Bestreben nach mehr Nachhaltigkeit im Alltag gehört, ist es nicht Ziel meines Blogs, solche Videos zu präsentieren: Wer Interesse daran und die Nerven dafür hat, findet sie mit wenigen Klicks zum Beispiel auf YouTube.

Das Projekt iAnimal 360°

Etwas anderes ist es jedoch, wenn zur Sensibilisierung für das Thema neuartige Technologien wie Virtual Reality eingesetzt werden und Musiker Thomas D von den Fantastischen Vier das Projekt mit einem Teaser und seiner Stimme unterstützt. Für iAnimal hat der internationale Tierschutz-Verein Animal Equality in den vergangenen anderthalb Jahren mit GoPro-Kameras 360°-Aufnahmen in Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien und Mexiko gefilmt. Die knapp achtminütige Dokumentation liefert einen authentischen Einblick in das kurze, elende Leben eines Schweins im Zucht- und Mastbetrieb bis hin zum Schlachthof. Auf dem normalen Display ermöglicht die 360°-Technologie von YouTube die freie Drehung im Raum mittels Mausklick – wesentlich krasser dagegen muss die Erfahrung mittels VR-Brille sein, die den Zuschauer hautnah in den brutalen Alltag der Massentierhaltung versetzt.

Mit 360°-Bildern aus mehreren GoPros hautnah am Tier (Quelle: Animal Equality).
Mit 360°-Bildern aus mehreren GoPros hautnah am Tier (Quelle: Animal Equality).

Aufrüttelnder Virtual-Reality-Journalismus

Die schockierende Wirkung des Projekts ist nicht zu unterschätzen. Wie VR-Nerds berichtet, wurde das Video im Januar beim Sundance Film Festival (dem größten und bekanntesten unabhängigen Filmfestival der USA) einem ausgewählten Publikum gezeigt, wo die Erfahrung einige Teilnehmer so erschütterte, dass sie die VR-Brille abnahmen und das Video nicht bis zum Ende schauen konnten. „Zu sehen, wie eine Sau eingesperrt in einem Käfig liegt, ohne sich bewegen zu können, inmitten so vieler anderer ist gleichermaßen erschütternd wie herzzerreißend. […] Die Erfahrung bringt dich mitten in den Betrieb hinein. Es ist unvergesslich“, berichtet auch Downtown Abbey-Schauspieler Peter Egan, der den Film in Großbritannien begleitet. Ab 1. April startet Animal Equality eine Kampagne, bei der Vorführungen des Videomaterials in Schul-AGs, Vereinen oder Organisationen vermutlich mit VR-Brillen unterstützt wird, um viele Menschen für eine tierfreundliche Ernährung zu begeistern.

„Du wirst nicht nur sehen, was tagtäglich vor uns versteckt gehalten wird. Du wirst es durch die Augen eines Tieres sehen.“
Thomas D, Musiker

Halte die Maus um Video gedrückt und bewege sie, um dich umzuschauen:

Über Animal Equality

Animal Equality ist eine international tätige Tierrechtsorganisation mit festen Standorten in Deutschland, den USA, Großbritannien, Spanien, Italien, Venezuela, Mexiko und Indien. Sie setzt sich für das Recht der Verbraucherinnen und Verbraucher ein, die Wahrheit über die Herkunft von Tierprodukten zu erfahren um informierte und ethische Entscheidungen treffen zu können. Durch groß angelegte Bildungsprogramme, Undercover-Recherchen, medienwirksame Aktionen, Unternehmenskampagnen und politische Arbeit will Animal Equality einen langfristigen sozialen Wandel herbeiführen und eine Welt schaffen, in der alle Tiere Mitgefühl und Achtung erfahren.

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