Spenden ohne Geld auszugeben: Goodeed

Spendenzweck wählen und Werbung schauen - so einfach funktioniert Goodeed. (Screenshot goodeed.com)

Hilfsorganisationen unterstützen, ohne direkt ins eigene Portemonnaie greifen zu müssen? Das Start-up Goodeed macht es möglich – einfach kurze Werbespots anschauen. 

Schenken macht glücklich, das bestätigen zahlreiche Studien. Während viele Menschen regelmäßig spenden, möchten einige gern noch mehr tun, andere können nicht immer das Geld dafür aufbringen. Dafür hat der junge Franzose Vincent Touboul Flachaire mit seiner Website Goodeed eine clevere Lösung geschaffen: Er leitet die Einnahmen aus Werbevideos an wohltätige Organisationen weiter.

Der 19-jährige Gründer Vincent Touboul Flachaire im Jahr 2015 (Foto: Victor Malecot, Quelle: Goodeed)
Der 19-jährige Gründer Vincent Touboul Flachaire im Jahr 2015 (Foto: Victor Malecot, Quelle: Goodeed)

So funktioniert Goodeed

Nach einer kurzen Registrierung per Facebook, Twitter oder E-Mail können die Nutzer auf der Startseite zwischen verschiedenen Spendenzwecken wählen. Zur Auswahl stehen aktuell Polio-Schluckpimfungen mit UNICEF im Tschad, ein Wiederaufforstungsprojekt von WeForest in Indien und Mahlzeiten für kenianische Schüler mit dem World Food Programme. Erst vor wenigen Tagen konnte für Letzteres die 400.000ste Spende verzeichnet werden, insgesamt hat Goodeed bereits über 1,26 Millionen Spenden generiert. Zeitweilig werden auch kleinere Spezialprojekte hinzugefügt, wie zuletzt die Sammlungen für 80 Ziegen zur Selbsthilfe gegen drohenden Hunger in einem Dorf in Mali mit World Vision oder für einen mobilen Zahnarzt-Bus für Phnom Penh (Kambodscha), der in nur 9 Tagen mit 5000 Euro finanziert wurde.

Hat sich der Nutzer für ein Projekt entschieden, werden ihm ein Werbevideo oder eine Website ausgewählter Partner präsentiert. Die Werbung wird vom jeweiligen Unternehmen bezahlt, der Nutzer spendet lediglich 20 Sekunden seiner Aufmerksamkeit – ein kleiner grüner Balken in der rechten oberen Ecke zeigt den Fortschritt an. Sobald die Zeit um ist, verwandelt sich der Balken in einen Button zum „Next Step“. Nun wird die Spende nur noch bestätigt und die Aktion kann wahlweise zu Facebook oder Twitter geteilt werden – fertig. Das Ganze ist derzeit nur drei Mal pro Tag und Account möglich, danach wird man aufgefordert, am nächsten Tag wieder vorbeizuschauen.

 

In drei einfachen Schritten zur kostenlosen Spende (Quelle: Goodeed).
In drei einfachen Schritten zur kostenlosen Spende (Quelle: Goodeed).

Der neue Newsfeed

Noch recht neu in Goodeed ist die News-Timeline. Hier kann jeder Nutzer eigene Beiträge verfassen oder lesenswerte Links teilen und damit für sein Herzensthema „werben“. Dabei besteht die Option, den Beitrag entweder mit einem der Goodeed-Projekte oder einer Change-Petition zu verknüpfen – dorthin werden andere Community-Mitglieder weitergeleitet, wenn sie den Beitrag mit dem „Do a Goodeed“-Button supporten. Auch teilen („Relay“) und kommentieren können sie solche News. Das Start-up selbst nutzte die Funktion Anfang Februar für einen Rückblick auf das Jahr 2015.

Gründung und Partner

Die Idee für Goodeed kam Vincent bereits im Dezember 2012. Nachdem er von seiner Großmutter das Buch „Building Social Business“* des Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus geschenkt bekommen hatte, machte er sich viele Gedanken über die sinnvollere Verwendung der enormen Etats der Werbeindustrie. Nur vier Monate später überzeugt er mit der Idee zu Goodeed bei einem Nachwuchsunternehmer-Wettbewerb und gewinnt 5.500 Dollar. Anfang 2014 trifft Vincent Tristan Joly und Thomas Beauvallet, heute Produktdesigner und Leitender Entwickler von Goodeed. Am 16. März launcht das Trio in Frankreich eine offene Beta-Version, die auf großes Interesse sowohl bei Medien als auch Investoren stößt.

Bis zum globalen Start im Juni 2015 konnte das Start-up über 60.000 registrierte Nutzer gewinnen und 500.000 Spendenbeiträge einsammeln. Zwölf Team-Mitglieder arbeiten mittlerweile im kleinen Pariser Büro in der Nähe des Louvre. Finanziert wird das Unternehmen über einen Anteil von 20 Prozent der Werbeeinnahmen, die übrigen 80 Prozent fließen direkt an die Partner-NGOs. Und noch zwei spannende Zahlen: 60 Prozent der Goodeed-Nutzer sind jünger als 35 Jahre, über 70 Prozent haben noch nie zuvor für wohltätige Zwecke gespendet. Hier eröffnet sich eine ganz neue Finanzierungs-Quelle für wohltätige Organisationen.

Zwölf Mitarbeiter zählt das Team von Goodeed mittlerweile (Foto: Victor Malecot, Quelle: Goodeed).
Zwölf Mitarbeiter zählt das Team von Goodeed mittlerweile (Foto: Victor Malecot, Quelle: Goodeed).

Besonderen Wert legt die Plattform dabei auf Transparenz und Vertrauenswürdigkeit: Goodeed arbeitet nur mit renommierten, transparent agierenden Hilfsorganisationen zusammen, die detaillierte Ergebnisse nachvollziehbar offenlegen. Und auch die Werbenden werden sorgfältig ausgewählt, müssen in Abstimmung mit den NGOs als nachhaltig oder sozial bedeutsam bewertet worden sein. Zu den Werbetreibenden zählen junge Start-ups wie Artips, Whataboon oder die Dating-App Happn, aber auch die französische Supermarkt-Kette Carrefour. Letztere ließ sogar extra Werbefilme drehen, die zum Ansatz von Goodeed passen. Das Ergebnis: sieben mal höhere Click-Through-Rates als bei Standardwerbung.

„Mein Ziel ist aus der Welt einen besseren Ort zu machen und ich bin entschlossen kreative Wege dafür zu finden. Studien zeigen, dass großzügiges Handeln glücklicher macht und ich bin davon überzeugt, dass auch Menschen ohne Einkommen die Möglichkeit haben sollten, für einen guten Zweck spenden zu können und dieselbe Zufriedenheit zu empfinden“, so Vincents Intention für Goodeed.

Meine Meinung: Ein großartiges Projekt, das hoffentlich noch viel bekannter wird und einen 3-Minuten-Platz in der täglichen Online-Routine verdient!

 

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